Danielle´s Prisoner - Produktionstagebuch
Sonntag, 5.März, 20 Uhr
Sitze im Produktionsbüro und versuche zu telefonieren. Klappt nicht, weil Hörer auf dem Tisch, und Telefonliste am Ohr. Pause fällig. Kein Wunder nach zehn Stunden. Leichtes Hungergefühl stellt sich ein: Regisseur wollte etwas zu essen mitbringen. Vor vier Stunden. Kann mich erinnern, irgendetwas vergessen zu haben, was mit einem gewissen Peter zu tun hat. Keine Ahnung, wer Peter ist. Die, die ich kenne scheiden aus. Egal. Heute war Maskenprobe. Den armen Darstellern wurden Quetschungen und Blutergüsse geschminkt, daß einem hätte schlecht werden können. Gottseidank nichts gegessen. Alle Darsteller für morgen sind klar, auch die, die wir gestern noch umbesetzen mußten. Mit anderen Worten: es läuft ganz gut…
22:50:
Vergessen, auf die Dispo zu schreiben, daß es am ersten Aussenmotiv keine Toiletten gibt. Ebenfalls vergessen, wer vergessen hat, Toiletten zu organisieren. Die empfindlichere Hälfte von Cast und Crew per sms darauf hingewiesen. Empfindlichere Hälfte reagiert empfindlich: bis jetzt dreimal die gleiche Antwort bekommen: “geht gar nicht!!!”. Antworten fast zeitgleich. Vermute Verschwörung: Sitzen zusammen, trinken schon mal vor für morgen (wenn es keine Toiletten gibt) und überlegen sich, wie sie mich ärgern können. Dabei lese ich ihnen alle Wünsche von den Augen ab (besonders wenn sie gleichzeitig mit je einer Hand an je einem meiner Ohren ziehen und schreien). Für die Maske z.B. extra einen Tisch (= 1 alte Schranktür, zwei neue Böcke) besorgen lassen (Requisiteur nicht zu erreichen, musste Regisseur heranziehen). Und dann solche Widerstände! Die Welt ist undankbar. Vor allem ihre empfindlichere Hälfte…

März 6th, 2006 17:33
Ich drücke Euch beide Daumen, dass Ihr die Produktion so stressfrei wie möglich über die Bühne bekommt!
Und das Produktionstagebuch liest sich sehr gut und macht Spaß!