Danielle´s Prisoner - Produktionstagebuch
Samstag, 11. März
Wieder viel gelernt. Zum Beispiel sollte polierter Marmor nicht mit Säure geputzt werden. Leider können wir dieses neu erworbene Wissen nicht gleich umsetzen, da uns unser Location-Geber inständig gebeten hat, uns zukünftig aufs Filmen zu beschränken, und das Putzen wieder ihm zu überlassen. Dabei war es echt gut gemeint von Jenny, wie immer. Aber nachdem er schon jetzt das Gefühl hat, sein Haus sei, Zitat, “in den zwei Tagen, seitdem ihr hier seid, mehr gealtert als in den sieben Jahren davor”, kommen wir diesem Wunsch natürlich gerne nach.
Erdgeschoss und ersten Stock haben wir inzwischen fast abgedreht, ab nächster Woche verwüsten wir dann den Keller. Martin, seit neuestem für Requisite zuständig (unser erster und hoffentlich einziger Personalwechsel), karrt Lastwagenweise Möbel und sonstiges heran, um der weiss gekachelten Garage des Hausherren ein bisschen mehr Kellerflair zu verpassen, damit Theos Kamera dort auch was zu sehen bekommt (neben den Schauspielern, mein ich).
Alles in allem ist viel passiert, wir liegen gut in der Zeit und haben in etwas weniger als einem Drittel der Drehzeit etwas mehr als ein Drittel der Bilder abgedreht. Dies übrigens in bestechender Qualität, Theo sei Dank. Es ist echt faszinierend ihm beim Leuchten zuzusehen: ein paar Minuten Lampen aufstellen, oft genug scheinbar beliebig (Klingt dann ungefähr so: “Bass amoi auf, Woidda, jetz stoist amoi de Zwoifhundada da nüba und baust ma da voan a Fahna und a Stativ auf, na basst´s”, zu deutsch etwa soviel wie: “Hör zu, Walter, stell die 1200er da rüber und da vorne eine Fahne auf einem Stativ, das reicht”) und er hat ein traumhaftes Bild gezaubert, das so aussieht, als wäre überhaupt kein künstliches Licht im Spiel. Und es sieht dabei immer so aus, als wäre es einfach. Was es nicht ist.
Eigentlich hatte ich ja gerade angesetzt zu erzählen, dass sich viel tut. Aber ich kann ohnehin nicht umfassende darauf eingehen, dafür bin ich einfach zu platt. Vielleicht morgen. Dieses Wochenende haben wir uns tatsächlich verdient!
